Von WhatsApp zu Signal

Von WhatsApp zu Signal

Die Aktualisierung der Nutzungsbedingungen von WhatsApp verzahnen den Chat-Dienst noch enger mit Facebook. Viele Anwender sehen sich nach Alternativen um und wechseln zu Signal – teilweise führt das zur Überlastung von Signals Anmeldeservern.

Signal ist bekannt für seine hohen Standards beim Datenschutz und deshalb ganz klar die bessere Wahl. Trotz schwerwiegender Bedenken nutzten bisher viele Anwender WhatsApp auch auf geschäftlich genutzten Smartphones.

Das Problem bei WhatsApp auf Bürohandys sind ja nicht die nun aktualisierten Datenschutzbestimmungen – es ist der Zugriff von WhatsApp auf die Kontakte, die regelmäßig zu Facebook übertragen werden. Daraus folgt die Pflicht, dass man vor Installation von WhatsApp von allen Kontakten die Zustimmung zur Datenübertragung zu Facebook einholen müsste. Dies wird in der Praxis ignoriert, denn das Einholen der Erlaubnis ist selbst auf Privathandys mit einer sehr überschaubaren Zahl von Kontakten nicht machbar, erst recht nicht auf beruflich genutzten Handys mit hunderten von Kontakten.

„Wer den Messenger-Dienst ‚WhatsApp‘ nutzt, übermittelt nach den technischen Vorgaben des Dienstes fortlaufend Daten in Klardaten-Form von allen in dem eigenen Smartphone-Adressbuch eingetragenen Kontaktpersonen an das hinter dem Dienst stehende Unternehmen. Wer durch seine Nutzung von ‚WhatsApp‘ diese andauernde Datenweitergabe zulässt, ohne zuvor von seinen Kontaktpersonen aus dem eigenen Telefon-Adressbuch hierfür jeweils eine Erlaubnis eingeholt zu haben, begeht gegenüber diesen Personen eine deliktische Handlung und begibt sich in die Gefahr, von den betroffenen Personen kostenpflichtig abgemahnt zu werden. Nutzen Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren den Messenger-Dienst ‚WhatsApp‘, trifft die Eltern als Sorgeberechtigte die Pflicht, ihr Kind auch im Hinblick auf diese Gefahr bei der Nutzung des Messenger-Dienstes aufzuklären und die erforderlichen Schutzmaßnahmen im Sinne ihres Kindes zu treffen.“ (Quelle: Entscheidung des Amtsgericht Bad Hersfeld vom 20.03.2017)

Der Zugriff auf die Kontakte durch WhatsApp lässt sich zwar beim iPhone in den Einstellungen > Datenschutz abstellen, aber dadurch zeigt WhatsApp keine Namen, sondern nur Nummern. Zudem ist WhatsApp ohne Zugriff auf die Kontakte von Version zu Version beschränkt; je nach Version lassen sich keine Gruppen erstellen oder keine Personen zu Gruppen hinzufügen. Das macht kein Mensch freiwillig.

Da WhatsApp aber die verbreitetste Nachrichten-App ist und sich so ziemlich auf allen Smartphones in der eigenen Familie und im Bekanntenkreis findet, wird die App wider besseres Wissen installiert und genutzt – man würde sich ja vom wichtigsten Nachrichtenkanal der eigenen Familie und der Kollegen ausschließen, wenn man WhatsApp nicht installieren würde.

Der aktuelle Ärger vieler Anwender wird hoffentlich dazu führen, dass sich Signal im privaten und beruflichen Umfeld viel stärker durchsetzen wird.

Die Besitzer von beruflich genutzten iPhones möchten wir nochmals deutlich darauf hinweisen:

  • WhatsApp überträgt die Kontaktdaten auf dem Smartphone fortlaufend zu Facebook
  • Vor der Nutzung von WhatsApp müsste von jedem Kontakt im Adressbuch die Erlaubnis eingeholt werden, dass seine Kontaktdaten zu Facebook wandern
  • Auf beruflich genutzten Handys darf WhatsApp deshalb keinesfalls installiert werden
  • Durch MDM-Systeme (Mobile Device Management) wie z.B. Jamf Pro kann die Installation von WhatsApp auf beruflich genutzten Smartphones dauerhaft verhindert werden
  • Durch MDM-Systeme könnte man auch den Zugriff von WhatsApp auf die Kontakte unterbinden, was die Nutzung von WhatsApp zwar legalisiert, die App aber fast unbenutzbar macht
  • WhatsApp erhebt außerdem sehr viele andere persönliche Daten, die an Facebook weitergegeben werden, deshalb sollte WhatsApp grundsätzlich gemieden werden

 

 

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