Tipps zum Arbeiten im Homeoffice

Tipps zum Arbeiten im Homeoffice

Seit meinem ersten mobilen Mac – ein PowerBook G3 im Jahr 1998 – bin ich mit einem Computer unterwegs und arbeite von den unterschiedlichsten Orten aus. Bei Kunden vor Ort, in Hotels, in Zügen, im Büro bei Apfelwerk aber auch immer wieder von zuhause. Die Möglichkeit, überall arbeiten zu können, ist natürlich Chance und Gefahr zugleich. Nicht immer ist das arbeiten „von daheim“ einfach. Und gerade im Moment finden sich viele in der Situation wieder, dass sie Home Office machen sollen oder müssen, dies aber noch nie gemacht haben, nicht wissen, was das nun wirklich bedeutet und einfach so ins kalte Wasser geworfen werden.

Ich habe ein paar Tipps zusammengestellt, die ich als vernünftig und hilfreich erachte. Sicherlich funktioniert nicht jeder Tipp für jeden Leser, dazu sind die Situationen und Anforderungen genauso wie die Persönlichkeiten zu unterschiedlich. Jeder muss seinen individuellen, eigenen Weg finden, aber als Anregung ist vielleicht das eine oder andere dabei. 

Zeiten beibehalten: Lasst den morgendlichen Wecker auf der üblichen Uhrzeit und steht weiterhin zur gewohnten Zeit auf. Das ist sowohl gut für euren Biorhytmus, als auch zur gefühlten Erhaltung der Normalität. Wer mag, kann evtl. die eingesparte Zeit für den Weg zur Arbeit länger schlafen, aber sich komplett auf andere Zeiten umzustellen schafft in den meisten Fällen eher Probleme.

Duschen und ordentlich anziehen: Auch solche Punkte der morgendlichen Routine sollte man weiter beibehalten, auch wenn man nicht ausser Haus zur Arbeit geht. Auch wenn es verführerisch ist, die super bequemen Freizeitklamotten anzuziehen, unterbewusst verbinden wir das mit Freizeit, dem rumlümmeln auf dem Sofa und nicht mit Arbeit. Außerdem können wir nie wissen, ob nicht doch ein Videoanruf oder eine Webkonferenz mit den Kollegen oder Kunden notwendig ist und da will man ja auch nicht aussehen wie der letzte Waldmensch …

Macht Euch ein Frühstück: Alle Ernährungswissenschaftler sagen, dass das Frühstück wichtig ist. Haltet Euch also dran. Es muss ja nichts grossartiges sein, aber das Frühstück gibt Euch die Kraft, die Ihr braucht um durch den Tag zu kommen. Wie auch schon bei den anderen Punkten: Das Frühstück gibt Euch auch einen weiteren Fixpunkt bei der Beibehaltung einer gewissen Routine.

Bewegt Euch: Manchen hilft ein bischen Sport am Anfang des Tages oder in einer Pause, aber es kann auch ein bisschen Umhergehen sein, Treppensteigen oder ein kurzes Durchstrecken auf dem Balkon. Es aktiviert den Kreislauf und hilft dabei, den Tag über fit zu bleiben.

Nutzt Video bei Konferenzen: Wenn Ihr mit Kollegen redet, verbindet Euch nicht nur mit Audio, sondern wenn möglich auch mit Video. Es gibt viele einfache Videokonferenzsysteme wie Webex, Hangout oder Zoom, aber oft reicht auch schon Facetime, vom Computer zum Handy – ob zu zweit oder in der Gruppe. Der Vorteil der Videonutzung liegt darin, dass wir unsere Gegenüber mehr und besser wahrnehmen und verstehen. Mimik und Gestik sind auch wichtige Teile der Kommunikation, die beim reinen Telefonieren verloren gehen. Außerdem bemerkt Ihr viel einfacher, wenn Ihr eure Kollegen „verliert“ und diese unaufmerksam werden. Ihr könnt dann einfacher nachhaken und verstehen, wo gerade das Problem liegt. Nur weniges ist frustrierender als lange Telefonkonferenzen, in denen die hälfte nicht mehr zuhört. 

Nicht abhängen: In Telefon- oder Videokonferenzen nicht „abschalten“ und „es über sich ergehen lassen“. Bringt Euch ein, sagt Eure Meinung und beteiligt Euch an der Diskussion. Eine gute Diskussions und Meetingkultur ist hier natürlich hilfreich, aber zuallererst ist es wichtig, selbst dabei zu bleiben und engagiert mitzumachen. Natürlich sollten wir auch versuchen, alle anderen an den Gesprächen zu beteiligen. Das ist nicht immer einfach, aber es ist wichtig, dass viele Meinungen eingeracht werden können.

Finger weg von Social Media und den Nachrichten: Gerade in Zeiten, in denen wir Abstand halten sollen kann es sein, dass wir uns durch die Nutzung Sozialer Medien mit Freunden und Familie besser in Kontakt fühlen. Das ist sicherlich richtig und hat auch seine Berechtigung, aber nicht unbedingt während der Arbeitszeit im Homeoffice. Gleiches gilt für die Nachrichten. Parallel zur Arbeit lenkt das nur ab. Darum sollte man diese Dinge abschalten, sonst kommt Ihr mit der Arbeit auf keinen grünen Zweig.

Nicht spielen: Lasst die Konsole aus, macht keine Spiele auf dem Handy. Spiele sind fesselnd und machen Spass, aber sie fressen Zeit. Und ganz klar, sie gehören in die Freizeit, nicht ins Homeoffice.

Bleibt in Verbindung: Nutzt die vorhandenen Möglichkeiten, euch mit den Kollegen auszutauschen und zu kommunizieren. Es ist wichtig, mit den anderen verbunden zu bleiben, egal wo sie und ihr gerade sind. Ruft sie an, auch mit Videofunktion, redet miteinander. Es gibt viele unterschiedliche Werkzeuge, die das ermöglichen, aber auf jeden Fall haltet Ihr so die Verbindung zu den anderen und ihr kommt euch nicht so schnell alleine gelassen vor.

Richtet Euch ein: Ihr braucht einen Arbeitsplatz. Im Idealfall ist er ruhig und durch eine Türe vom Rest der Wohnung getrennt, um zumindest zeitweise bei Bedarf seine Ruhe vor Kindern oder Haustieren zu haben. Manchmal arbeitet man auch gut eine Weile vom Sofa aus, aber eine Ecke irgendwo als Arbeitsplatz ist schon gut. Dann macht Euch euren Arbeitsplatz bequem. Schaut, dass Ihr genug Licht habt, lüftet ab und zu, besorgt Euch einen Stuhl oder Sessel, der bequem ist und habt alles wichtige greifbar.


(Das Foto zeigt mein Home Office bevor ich als Trainer für Apple diese Woche die Tech Series mit dem Thema „Apple School Manager Lab“ übers Internet via Webex gehalten habe: MacBook Pro mit den Folien, iPad als zweiter Bildschirm mittels Sidecar – übertragen wird nur der Hauptbildschirm, genug zu trinken nebenher, Notizmöglichkeiten, alle benötigten Kabel und Fritzle, das VfB-Maskottchen – https://www.vfb.de/de/1893/erlebnis/fritzle/das-bin-ich/)

 

 

 

Holt Euch eine gute Musik-Playlist: Ob Musik nebenher hilfreich ist oder eher ablenkt, ist eine sehr individuelle Sache. Ich persönlich empfinde in vielen Situationen Musik nebenher als stören und ich kann mich dann schwerer konzentrieren. Trotzdem habe ich ein paar Playlists, die ich ab- und zu nebenher laufen lasse, hauptsächlich mit leichter, meist rein instrumentaler Musik. Das kann durchaus entspannend sein. Aber wie es mit Musik allgemein ist, hier hat jeder seinen eigenen Geschmack und Vorlieben. Für den einen ist es eine bestimte Musikrichtung, für den anderen einfach das klassische Radio, und wieder eine andere lässt sich von Apple Music oder Spotify überraschen. Hier findet jeder seine individuell richtige Einstellung. Und vor allem geht man mit seiner Musik im Hoffice nicht den Kollegen im Büro auf den Geist.

Pausenzeiten behalten: Plant Euch Pausen ein. Sowohl eine richtige Mittagspause, als auch mal die kurzen Unterbrechungen. Auch im Büro arbeiten wir nicht komplett durch (und wenn, dann sind das die stressigen Tage, die wir vermeiden sollten und die auch im Büro nicht gesund sind). Steht vom Arbeitsplatz auf, holt Euch nen Kaffee, macht Euch einen Tee, macht einfach mal das Fenster zum Lüften auf und schnappt da eine Minute frische Luft. Im Home Office kann man auch mal schnell den Müll rausbringen, die Waschmaschine anschalten oder nach den Haustieren sehen. Mit zwei oder drei Minuten Pause lässt es sich danach wieder viel produktiver weiterarbeiten.

Neue Dinge lernen: Es gibt viele Interessante Dinge zu lernen und zu verstehen. Es gibt eine Menge Online Kurse. Macht euch schlau, auf welche Online-Angebote Ihr Zugriff habt und schlagt evtl. sinnvolle Ergänzungen vor. Auch beruflich relevante Podcasts können eine sinnvolle Ergänzung sein.

Grenzen setzen: Versucht, Arbeitskontakte davon abzuhalten, Euch auf privaten Kanälen wie Nachrichten, SMS oder WhatsApp zu schreiben. Das sollte die Ausnahme sein oder auf klare Arbeitszeiten beschränkt sein. Nutzt hierfür die Kommunikationsmittel, die Eure Organisationen bereitstellen – Slack oder Teams oder welche Plattform auch immer bei Euch verwendet wird. Setzt die richtige Erwartungshaltung, wann und über welchen Kanal Ihr erreichbar seid. Sowohl für die Arbeitskollegen, als auch für Freunde und Familie. Wenn Ihr bei der Arbeit seid, so seid Ihr für Freunde und Familie nur für wichtiges erreichbar, egal ob im Home Office oder im Büro. Ebenso natürlich umgekehrt. Der eine Kollege hat vielleicht seine Arbeitszeiten ungewöhnlich gelegt und schreibt Euch noch spät eine Nachricht. Das ist OK, aber er sollte nach Eurem Feierabend keine Antwort mehr erwarten. Das reicht dann, wenn Ihr „wieder im Dienst“ seid. Und klar: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Seid flexibel: Beim einen sind die Kinder zuhause, die andere muss mit dem Hund raus, der dritte hat etwas zu erledigen, das eben jetzt gerade sein muss. Zum einen ist das setzen der Grenzen wichtig, zum anderen braucht es auch oft Flexibilität. Regeln sind dazu da, dass sie gebrochen werden. Oder angepasst. Seid geduldig und ruhig. In der Abwägung zwischen dem Setzen von Grenzen und der Flexibilität: Bewahrt das Augenmass.

Schafft eine Routine, wie Ihr Arbeit und Privates trennt: Es besteht die Gefahr, dass die Grenze zwischen Privat- und Arbeitsleben verschwimmen. Wir wollen ja alle flexibel sein, aber eine klare Einteilung des Tages in Arbeitszeit und Freizeit ist auch wichtig. Plant, welche Stunden am Tag ihr arbeiten wollt und wann dann auch mal Schluss ist. Das macht es leichter, während der Arbeitszeit konzentriert und produktiv zu sein und auf der anderen Seite zu vermeiden, dass die Arbeit schleichend immer mehr Eurer Freizet einnimmt. Der Abschluss des Arbeitstages kann vieles sein: Der selbstgemachte Cocktail auf dem Balkon, das Feierabend-Hanuta, das durchs halbe Haus hörbar laute Musikstück oder was auch immer für Euch das richtige ist.

Feiert Eure Erfolge: Wenn Ihr im Home Office seid, besteht die Gefahr, dass niemand sieht, was Ihr alles erreicht habt, was alles geschafft wurde und was erfolgreich abgeschlossen ist. Im Büro ist das einfacher zu sehen. Darum versucht, mit euren bestehenden Kommunikationskanälen die anderen informiert zu halten, woran Ihr gerade seid und was fertig ist. Gratuliert den Kollegen zu Erfolgen oder abgeschlossenen Arbeiten und Projekten. Das ist eine grosse Motivationshilfe, die Notwendig ist, vor allem wenn ihr sonst alleine im Home Office seid. 

Kümmert Euch um die Familie: Plant auch Zeit ein (und legt die Arbeitszeiten entsprechend), um Euch evtl. um Kinder oder andere Familinemitglieder kümmern zu können. Das kann eine bestimmte Zeit sein, in der man sich nur mit der Familie beschäftigt, das können aber auch kleine Aktivitäten in den Pausen sein. Aber auch die Kinder brauchen Routine, also plant das mit ein.

Haltet Ausschau nach Anzeichen von Depression: Die Arbeit von zuhause aus kann bei manchen dazu führen, dass sie sich einsam fühlen. Vor allem für Personen, die mit Depressionen zu kämpfen haben. Gerade in Situationen wie aktuell sollten wir das nicht vergessen und schauen, dass wir für die Menschen in unserem Umfeld da sind.

Besorgt Euch eine schnellere Internet-Verbindung: Wenn zum flüssigen arbeiten die Internet-Geschwindigkeit nicht ausreicht, dann solltet Ihr etwas unternehmen. Gerade Videokonferenzen oder Dateiübertragungen können dazu führen, dass Eure Internetleitung stärker als üblich belastet ist.

Vergesst nicht die vielen Vorteile: Oft viel flexiblere Zeiteinteilung, weniger Ausgaben für Benzin, keine Wegezeiten, keine Ärger über unmögliche Busfahrer oder unmögliche Menschen in der Bahn. Die Haustiere freuen sich, dass Ihr mehr zuhause seid und Euer zuhause ist vermutlich aufgeräumter und sauberer als sonst. 

Am Ende ist diese Liste natürlich nicht alles umfassend. Seid kreativ und lasst Euch weiteres einfallen. Schafft euch eine positive Arbeitsumgebung, in der Ihr produktiv sein könnt. Und jetzt viel Glück beim Arbeiten im Home Office. 

 

 

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