Hilfe, mein WLAN tut nicht

WLAN-Analyse mit OS X

Hilfe, mein WLAN tut nicht

Der WLAN-Empfang bricht ständig ab, die Reichweite ist schlecht? Fast immer liegt es an störenden Nachbarsendern. Mit OS X Bordmitteln kann man analysieren, welche Kanäle durch die Nachbarn belegt sind, um danach die Sendefrequenz der eigenen Basisstation zu ändern.

Es gibt einige pfiffige Programme zur Analyse der WLAN-Netzwerke in Reichweite, wie z.B. WiFi Scanner. Aber auch ohne Zusatzprogramme kann man untersuchen, welche WLAN-Frequenzen bereits durch Nachbarn belegt sind.

WLAN sendet auf den Frequenzen 2,4 GHz und 5 GHz. Der Frequenzbereich im 2,4-GHz-Band wurde in 14 Kanäle aufgeteilt; in fast allen Ländern sind nur die ersten 13 verwendbar. Wenn mehrere benachbarte Sender den selben Kanal benutzen, stören sie sich gegenseitig und Empfangsqualität sowie Reichweite sinken. Das lässt sich vermeiden, indem man seinen eigenen WLAN-Router auf einen wenig genutzten Kanal einstellt.

Bild: Alles voll hier. WiFi Scanner zeigt eine typische Situation in der Innenstadt

FritzBox-Router bieten die Möglichkeit, über die Konfigurations-Seite die Belegung der WLAN-Kanäle durch benachbarte Sender anzeigen zu lassen. Bei SpeedPort-Routern der Telekom und den meisten anderen gängigen SoHo-Rooutern sucht man diese Funktion vergebens und müsste mit Zusatzprogrammen die WLAN-Belegung analysieren … wenn es da nicht schon in OS X eine versteckte Möglichkeit zur WLAN-Analyse gäbe:

WLAN-Analyse mit OS X

  • mit gedrückter alt-Taste aufs WLAN-Symbol in der Menüleiste klicken
  • Diagnose für drahtlose Umgebungen öffnen
  • DANN DAS ERSCHEINENDE FENSTER IGNORIEREN
  • stattdessen aus dem Menü „Fenster“ den Eintrag „Scan“ wählen

 

WLAN Diagnose mit OS X

 

Andere Störfaktoren

Viele andere Faktoren beeinflussen die Empfangsqualität des WLANs. Dazu zählen der Aufstellungsort, Ausrichtung der Antennen, abschirmende Metallgegenstände zwischen Sender und Empfänger (Heizkörper, Blechschränke, stark armierte Betonwände und -Decken), seltener Fehler in den DNS-Einstellungen. Auch defekte (oder zu billige 😉 Kleintrafos kommen als Störsender in Frage, selbst Richtfunk-Antennen und Bluetooth-Geräte haben Auswirkungen auf WLAN.

Wikipedia ist ein guter Startpunkt zum Verständnis der Funktionsweise von WLAN und der Aufteilung in mehrere Sendekanäle. In aller Regel kann man die größten Probleme jedoch selbst beseitigen, indem man in den Einstellungen des eigenen WLAN-Routers den Sendekanal auf eine wenig genutzte Frequenz legt. Das ist in 5 Minuten Arbeit erledigt, wenn man nicht das Zugangskennwort zur Router-Konfiguration verlegt hat 😉

Tipp: fast alle modernen Router haben einen Aufkleber auf der Rückseite oder Unterseite, auf dem die Zugangsdaten für WLAN und Router-Konfiguration notiert sind.

Tipp: viele DSL-Router bieten bei der Wahl des WLAN-Kanals die Option „automatisch“. Es ist ein moderner Mythos, dass der Router in dieser Einstellung selbständig den besten Kanal wählt. In aller Regel erfolgt mit dieser Einstellung nur eine zufällige Kanalwahl. Ein selbständiges Ausweichen des Routers auf einen weniger stark belegten Kanal erfolgt hierbei durch die gängigen Router NICHT. Erst leistungsfähigere Geräteklassen wie z.B. Aerohive können tatsächlich automatisch auf den besten Kanal ausweichen.

 

 

2 Comments
  • Jens Hilbert
    Posted at 22:46h, 23 Oktober

    Hallo Thomas,
    danke für diese Hinweise. Kannst Du vielleicht noch erläutern, was in der Analyse-Spalte „Störsignal“ negative Werte bedeuten,, z.B. „-93“?

    • Thomas Kemmer
      Posted at 21:55h, 29 Oktober

      Hallo Jens, kürzer als https://support.apple.com/de-de/HT202663 kann man es kaum sagen: „Das RSSI-Signal sollte hoch, das Rauschen niedrig sein. Je größer daher der Abstand zwischen RSSI und Rauschen, desto besser.“ Wobei Rauschen die Störsignale meint. Das erklärt http://mac-and-more.blogspot.de/p/bei-wlan-problemen-ist-nach-meiner_1.html besser:
      „Störsignal misst (wie der Name schon sagt) Einflüsse anderer Sendequellen (z.B. fremde Router) auf euer WLAN-Signal. Man spricht hier auch vom sogenannten „Rauschsignal“. Auch hier werden negative Werte verwendet, doch da es ein Störsignal ist, ist in diesem Fall ein niedrigerer Wert besser. In Zahlen heißt das -90 ist besser als -50. Je größer der Abstand zwischen RSSI und Störsignal ist, desto besser. […] Bei einem hohen RSSI bei gleichzeitig hohem Störsignal (z.B. RSSI=-55 und Störsignal = -60) kann es hingegen bereits zu Abbrüchen der Verbindung bzw. zu sporadisch sehr geringem Datendurchsatz kommen, was man z.B. an dauernd stockenden Webseiten oder hängenden Kopiervorgängen im Netzwerk erkennen kann.“