Vectorworks Automatisches Sichern

Die wichtigste Vectorworks-Einstellung

Es gibt nur eine wirklich wichtige Einstellung in Vectorworks: das automatische Sichern der Dateien. Hier finden Sie unsere Tipps dazu.

Viele Einstellungen in Vectorworks kann man nach persönlichen Vorlieben wählen. Ob Sie Klick-Ziehen-Zeichnen eingestellt haben oder nicht, ist Geschmacksache. Ebenso, ob sich Duplikate verschieben, Liniendicken anpassen, beim Programmstart ein neues Dokument geöffnet wird oder ob 20 oder 100 Widerrufenschritte eingestellt sind.

Aber es gibt eine Einstellung, die Sie unbedingt machen sollten, und zwar ganz genau so wie oben abgebildet:

Aktivieren Sie Automatisches Sichern

Der plötzliche Absturz zieht sich seit jeher wie ein roter Faden durch alle Vectorworks-Versionen hindurch. Wenn Sie kein automatisches Sichern eingestellt haben, sind Sie beim nächsten Absturz der Mops. Die verschiedenen Programm-Versionen unterscheiden sich in der Stabilität nicht wesentlich voneinander – gemeinsam ist höchstens die Bananentaktik des Herstellers: „Ware reift beim Kunden“. Frühe Releases von Vectorworks waren zeichneten sich noch nie durch große Verlässlichkeit aus, viele Büros entscheiden sich aus gutem Grund erst ein halbes Jahr nach dem ersten Release, die neue Version in der Produktion einzusetzen. Das ist auch unsere Empfehlung an unsere Kunden. Deshalb sollten Sie Automatisches Sichern unbedingt aktiviert haben.

Sichern nach 15 Minuten

Die Sicherung sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, jedoch nicht zu häufig. Wenn Sie die automatische Sicherung auf 1 Minute stellen würden, dann wäre Vectorworks dauernd mit dem Sichern beschäftigt. Wir haben schon Vectorworks DESWEGEN abstürzen sehen 😉

NICHT fragen ob Sichern

Nichts ist nerviger, als immer wiederkehrende Fragen, ob das Programm nun eine Sicherungskopie anfertigen soll oder nicht. Stellen Sie die Fragerei ab.

NICHT das Original-Dokument überschreiben, sondern „In Backup-Dokument sichern“

Wenn Sie das Originaldokument überschreiben, gewinnen Sie nichts. Zwar kann der aktuelle Stand nicht verloren gehen. Aber ebenso können Sie versehentliche Fehler ins Originaldokument schreiben. Wenn das umfangreiche Originaldokument auf einem Fileserver liegt, kann die Sicherung mehrere Minuten dauern. Die Kombination „minütliches Sichern“ und Original auf dem Fileserver wird bei langsamem Netzwerk … Sie ahnen es … zu einem Absturz führen mit dem Resultat einer beschädigten Datei.

Lassen Sie das Backup-Dokument NICHT im Ordner „VW Backup“ an der selben Stelle wie das Original-Dokumet sichern.

Wenn der Ordner „VW Backup“ an der selben Stelle wie das Original gesichert wird, dann müllen Sie Ihr Projektverzeichnis unweigerlich mit immer neuen Ordnern namens „VW Backup“ zu. Und die Sicherung kann übers Netzwerk unerträglich lange dauern.

Wählen Sie einen Ordner auf Ihrer Festplatte  – z.B. „VW Backup“ in Ihrem Benutzerordner

Nichts funktioniert schneller und geschmeidiger als die Sicherung auf ihrer lokalen Festplatte. Festplattenplatz kostet heutezutage kaum noch Geld und die Geschwindigkeit der lokalen Festplatte ist unerreicht. Deshalb macht es auch nur lokal Sinn.

Wählen Sie „Die letzten fünf Backup-Dokumente eines Originaldokuments nicht überschreiben“

Mit diesen Einstellungen finden Sie im Ordner „VW Backup“ auf Ihrer Festplatte immer 5 Backup-Dokumente zu allen Dateien, die Sie (länger als 15 Minuten) bearbeiten.

Zwar wächst die Datenmenge auf Ihrer Festplatte durch diese Einstellung immer mehr an. Aber alles andere ist einfach nur Krampf. Die Menge der Daten in diesem Ordner bedarf gelegentlicher Kontrolle, normalerweise entstehen järlich 5-10 GB Daten im Ordner „VW Backup“.  Wir lösen das in der Praxis bei unseren regelmäßigen Terminen mit Apple Remote Desktop und dem Befehl

find ~/Documents/VW\ Backup -mtime +90 -exec rm {} \;

 

Mit diesem Terminal-Befehl können auf allen Computern gleichzeitig alle Dokumente im Ordner „VW Backup“ gelöscht werden, die älter sind als 90 Tage.

Der Ordner „VW Backup“ wird außerdem von der Datensicherung via Time Machine ausgenommen. Eine Instanz der Backup-Dateien auf Ihrer Festplatte genügt, die zusätzliche Sicherung der Backup-Dateien ist nicht notwendig.

Eine Datensicherung der lokalen Arbeitsplätze via Time Machine (z.B. auf eine zentrale Festplatte am Server) macht Sinn, denn der Neuaufbau eines Rechners nach einem Festplatten-Schaden ist deutlich teurer und zeitraubender als die automatische Wiederherstellung aller Daten von Time Machine. Durch eine vollständige Datensicherung werden Ausfallzeiten minimiert, der Wiederherstellungsaufwand bleibt gering.

Um vor weiteren Problemen geschützt zu sein, haben alle Vectorworks-Arbeitsplätze neben der Datensicherung über Time Machine zusätzlich das Plugin Watchman Monitoring installiert. Dadurch werden wir bei z.B. beginnenden Schreib-/Lesefehlern der Festplatten frühzeitig gewarnt und können proaktiv Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Schäden vornehmen.

 

 

Thomas Kemmer ist glücklicher Ex-Architekt und arbeitet seit 2002 als professioneller Apple Systemberater. Er betreut in Stuttgart und Umgebung rund 480 Vectorworks-Installationen bei Architekten und Ingenieuren. Darunter sind produktiv genutzte Lizenzen von Vectorworks 11.5 ebenso wie Sammlungen der Vectorworks-Versionen 12.5 bis V.2016 auf ein- und demselben Computer.

 

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