iMac mit 12TB Fusion Drive

iMac mit 12 TByte Fusion Drive aufrüsten

10TB Festplatte, zusätzlich 2TB SSD, DVD-Laufwerk bleibt drin: Endlich genug Platz für wirklich alle Dateien … auf einem 12TB Fusion Drive im iMac.

Nicht nur SSDs erreichen immer höhere Kapazitäten, sondern auch Festplatten: HGST stellte die Ultrastar He10 vor, eine Helium-gefüllte Festplatte mit 10TB Kapazität. Passt gut in einen iMac als interne Festplatte. Mit der aktuell größtmöglichen SSD (2TB Samsung EVO 850 mit SATA-Schnittstelle) wird daraus ein 12TB Fusion Drive.

iMac Aufrüstung

Nicht jeden iMac kann man mit einer zweiten internen Festplatte aufrüsten. Bei den iMac-Modellen ab „Late 2012″ und neuer geht das leider nicht – schade, denn ein aktueller iMac 27“ mit 5K-Display wäre mit einem mega-großen Fusion Drive ein echter Traum. Doch die nach 2012 erschienen Modelle haben weder ein optisches Laufwerk noch genügend Platz im Gehäuse für eine zusätzliche SSD. Deshalb konzentrieren wir uns hier auf einen iMac 27″ „Mid 2011“. Dieser 27″ iMac hat neben den High-Speed Schnittstelle Thunderbolt auch einen FireWire 800- und vier USB 2.0-Anschlüsse. Das schränkt die Möglichkeiten zum Anschluss neuer schneller externer Festplatten etwas ein, deren zum Glück abwärtskompatible USB 3.0-Geschwindigkeit nicht voll genutzt werden kann – für den Anschluss eines großen RAID-Laufwerks würde man wohl auf Thunderbolt setzen. Viel wichtiger für unsere Aufrüstung ist der ausreichende Raum im Gehäuse des iMacs für eine zusätzliche 2,5″ SSD. Dadurch muß für diese Aufrüstung das interne optische Laufwerks nicht geopfert werden – das DVD-Laufwerk bleibt drin.

2TB SSD

Samsung hat seine SSD-Reihe 850 EVO um ein Modell mit 2 TByte Speicherplatz erweitert. Supergünstig ist dieses SSD zwar nicht – preiswert wäre die bessere Bezeichnung 😉 Die Kosten der 2TB großen SSDs liegen bei 35 Cent/GB. Die kleineren SSDs mit 250 und 500GB liegen aktuell bei ca. 29 Cent/GB. Das ist nicht meilenweit weg von den üblichen SSD-Kosten pro GB, jedoch 5-6x teurer als die GB-Kosten konventioneller Festplatten. Man könnte die im Fusion Drive verbaute SSD durchaus kleiner wählen. Der Geschwindigkeit würde auch eine 250 GB SSD keinen Abbruch tun … aber wir wollen die maximale Kapazität, deshalb 2TB SSD.

Preisentwicklung der SSDs

Langfristig werden sich die Preise der SSDs an die konventionellen Festplatten angleichen. Die SSD-Kosten haben sich in der Vergangenheit alle 2 Jahre etwa halbiert, während die Speicherpreise der HDs annähernd gleich blieben. Die Halbierung der SSD-Preise wird aber nicht mehr so weitergehen – frühere Prognosen, dass sich die SSD-Preise schon 2013 an die Preise der HDs angleichen, haben sich auch nicht bestätigt.

ssd_preisentwicklung
 

Noch größere SSDs?

Sage Micro zeigte Ende 2015 eine 10TB SSD, die jedoch bei der Geschwindigkeit nicht mithalten kann. Sie erreicht nur 400 MB/s beim Lesen und 80 MB/s beim Schreiben. Zudem sind Anfang 2016 weder Preis noch Verfügbarkeit bekannt, bleiben wir also bei den Samsung EVO-Modellen, die sich schon seit einiger Zeit bewährt haben. Samsung hat ein Modell mit 4 TByte Speicherplatz angekündigt, das voraussichtlich ab Sommer 2016 verfügbar sein wird. OK – ab Sommer also 14TB internes Fusion Drive 😉

10TB Festplatte

HGST und Seagate liefern 3,5″ Festplatten mit 10 TByte Kapazität. Am Markt gibt es aktuell die HGST Ultrastar He10 10TB und die Seagate Enterprise Capacity 3.5 HDD 10TB. Beide Festplatten sind mit dem Edelgas Helium gefüllt, das eine deutlich geringere Dichte hat als Luft. Turbulenzen nehmen ab und unerwünschte Strömungseffekte im Gehäuse verringern sich. So kann HGST sieben Scheiben einbauen statt der bisher üblichen sechs. Da auch die auf den Motor wirkenden Kräfte durch das Helium geringer sind, sinkt die Leistungsaufnahme pro Scheibe.

Kein-Backup-kein-Mitleid

Diese Schild soll in anderen Apple-Werkstätten zu sehen sein

Weil Festplatten von HGST laut den Statistiken von Backblaze deutlich geringere Ausfallraten aufwiesen als die Modelle von Seagate, wählen wir für die Aufrüstung lieber das Produkt von HGST. Das mag nicht ganz fair sein, denn Backblazes Erfahrungen beruhen auf 1,5TB und 3TB-Festplatten. Bis vergleichbare Erfahrungen mit größeren Stückzahlen der 10TB-Laufwerke vorliegen wird noch einige Zeit vergehen. Womit wir wieder beim Thema der Datensicherung wären, die deprimierende 80% der Computeranwender nicht haben. Wir verweisen einfach mal auf unseren Beiträge zum Thema Datensicherung. Schließlich ist jeder für seine Daten (-sicherung) selbst verantwortlich.

Fusion Drives: große Vorteile …

Ein Fusion Drive ist ein Verbund einer konventionellen Festplatte mit einem SSD-Laufwerk. Beide zusammen ergeben ein logisches Volume. Bei Wikipedia wird das schöner und ausführlicher erklärt: Fusion Drives vereinen den üppigen Speicherplatz der Festplatten und die Geschwindigkeit der SSDs. Wir richten in unserer Apple Werkstatt regelmäßig Fusion Drives nachträglich ein. Apple stellt dafür kein Dienstprogramm zur Verfügung, aber ab OS X 10.8 ist das über das Terminal möglich. Mit den entsprechenden Anleitungen kann man das zwar auch selbst tun, der Kniff besteht jedoch darin, beim selbst erstellten Fusion Drive auch die Recovery Partition zu erstellen.

… aber auch Nachteile

Die durchschnittliche Ausfallrate einer Festplatte beträgt ca. 4% pro Jahr. Dieser langjährige Erfahrungswert gilt gleichermaßen für „klassische“ Festplatten (HDDs) ebenso wie für SSDs. Die Ausfallraten weichen zwar von Modell zu Modell und Hersteller zu Hersteller ein wenig ab, aber grundsätzlich gilt: Festplatten fallen irgendwann aus. Es ist nicht die Frage, ob, sondern nur wann. Beim eigenen Auto leuchtet das jedem ein: es wird irgendwann den Geist aufgeben. Grundsätzlich ist das ebenso bei Festplatten. Ja genau … deshalb sollten Sie eine Datensicherung haben!

Ein Fusion Drive besteht grundsätzlich aus den zwei Komponenten HDD und SSD – rein rechnerisch verdoppelt sich die Ausfallrate. Einige große Apple-Händler bestätigen bereits die höheren Ausfallraten der Fusion Drives.

Genügend Platz im iMac für die SSD

iMac 2011 Aufrüstung

ESD-Schutz ist notwendig!

Im iMac 27″ „Mid 2011“ findet die SSD ihren Platz zwischen Gehäuserückwand und Hauptplatine. Wenn man alles richtig macht und beim Umbau den iMac nicht beschädigt, dann besteht das schwierigste Problem darin, Platz für zwei zusätzliche Kabel zu finden: Stromversorgung der SSD und Datenkabel. Das Datenkabel muss auf der Rückseite der Hauptplatine eingesteckt werden – und auf einem geeigneten Weg zu SSD geführt werden. Ohne Totalzerlegung geht das leider nicht. Die Stromversorgung wird mit einem weiteren Adapterkabel an der Festplatte abgezweigt. Man sollte bei der Arbeit natürlich geeignetes Werkzeug und einen ESD-Schutz haben (wie im Bild) und genau wissen was man tut. Die Steckverbindungen in iMacs sind empfindlich, die Beschädigung eines auf dem Mainboard aufgelöteten Steckers bedeutet zwangsläufig den Austausch des Mainboards, sofern man nicht einen virtuosen Lötkünstler kennt. Deshalb raten wir dringend dazu, nicht selbst Hand anzulegen, sondern nur erfahrene Werkstätten ranzulassen.

DVD-Laufwerk bleibt erhalten

Das optische Laufwerk bleibt erhalten, denn in diesen iMacs der Generation bis 2011 ist genügend Platz im Gehäuse für eine zusätzliche SSD. Bei jüngeren iMacs und 21,5″-Modellen ist dies nicht der Fall.

Geschwindigkeit

iMacs der Baureihen „Mid 2011“ haben 6.0 Gbps SATA-Controller und können deshalb das volle Geschwindigkeitspotential der SSDs ausnutzen. Unser Test der in der Praxis erreichten SSD-Geschwindigkeit zeigte deutlich, dass die maximale Performance der internen Festplatten nur mit einem schnellen Festplattencontroller erreicht werden kann. iMacs mit 3.0 Gbps-Controller (wie z.B. die Baureihen von Mitte 2007 bis Mitte 2010) erreichen knapp 250 GB/s beim Lesen/Schreiben auf SSDs oder Fusion Drives. Ein iMac 27″ „Mid 2011“ erreicht mit einem Fusion Drive ca. 500 GB/s beim Lesen + Schreiben.
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Kosten

Für die Aufrüstung mit dem größtmöglichen internen Fusion Drive muss man schon ein paar Euro in die Hand nehmen, keine Frage. Die Kosten der hier beschriebenen Aufrüstung auf 12TB Fusion Drive betragen:

  • Festplatte 10 TB von HGST: ca. 750,-
  • 2TB Samsung SSD 850 Evo: ca. 620,-
  • Kabel + Adapter: ca. 50,-
  • Arbeitskosten: ca. 120,-
  • Fusion Drive und Datentransfer: ca. 60,-
  • Summe: ca. 1.600,- EUR netto

 
Wenn man diese Gesamtkosten vergleicht mit den oben genannten GB-Preisen von HDs und SSDs, dann liegt das Fusion Drive ziemlich genau in der Mitte – bei 16 Ct/GB. Eigentlich gar nicht schlecht.

Der Arbeitsaufwand für die Aufrüstung eines iMacs hängt ab vom jeweiligen Modell. Bis Anfang 2016 sind 51 (einundfünfzig) verschiedene iMac-Modelle erschienen, fast jedes Modell bietet andere Optionen und Limits bei der Aufrüstung. Deshalb benötigen wir bei Anfragen zur Aufrüstung die jeweilige Seriennummer des iMacs. Sie finden auf unserer Seite zur Aufrüstung die Details zu Aufrüstungsanfragen.

Alternativen

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iMac: 51,7 cm Höhe. Pegasus R6: 39 cm Höhe.

Wer Platz hat, Lüftergeräusche nicht fürchtet und keine Bedenken wegen des Stromverbrauchs hat, der könnte sich anstelle eines internen Monster Fusion Drives ein externes Thunderbolt-RAID anschaffen. Für ca. 200,- EUR mehr könnte man ein Pegasus R6 18GB anschaffen. Im RAID5-Betrieb wären davon 15 GB nutzbar, im RAID6-Betrieb genau 12 TB. Ein kleiner Nachteil ist dabei die Thunderbolt 1-Schnittstelle des iMac „Mid 2011“, der die Geschwindigkeit des Pegasus R6 auf ca. 340 MB/s limitiert.

Backup

Wie oben schon angesprochen: Datensicherung ist Pflicht. Denken Sie daran, dass Ihre Festplatte bei einem spontanen Ausfall alle Daten mit ins Grab reißt. Datenrettung wäre zwar auch möglich, aber dafür müssten Sie beim Profi deutlich mehr als 2.000,- EUR einplanen. Die einfachste Lösung zur Datensicherung besteht in einer externen Festplatte für die eingebaute Funktion Time Machine. Sie benötigen dazu eine Festplatte, die größer ist als ihre Hauptlaufwerk. Bei einem iMac mit 12TB intern würde sich ein externes RAID eignen – wie z.B. Pegasus RAID R6 24TB, das Ihnen im RAID5-Betrieb 18 TB nutzbaren Platz bietet. Nein … die Nutzung der vollen Kapazität (24TB) macht keinen Sinn – es würde RAID0-Betrieb erfordern, aber  dann wäre das RAID-Laufwerk bei Ausfall einer einzigen Festplatte im RAID gleich defekt.

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Falls ein OS X Server vorhanden ist, könnten Sie ein RAID-Laufwerk auch als Time Machine am Server betreiben. Die Datensicherung übers Netzwerk ist dann nicht so schnell wie direkt via Thunderbolt-Kabel: nur ca. 100 MB/s statt 340 MB/s. Aber dafür könnten der Server und das daran angeschlossene RAID woanders stehen – z.B. im Nebenraum, wo es niemanden stört. Ein günstiges NAS als Datensicherungs-Ziel ist zwar denkbar, aber NAS sind für Time Machine von Apple nicht unterstützt, und die Geschwindigkeit preiswerter NAS lässt sehr zu wünschen übrig … wenn Sie sich ein schnelles NAS leisten, dann sind Sie in der selben Preisklasse wie ein Thunderbolt RAID.

Garantie

Apples Garantie bleibt erhalten, wenn wir die Aufrüstung eines Macs vornehmen – denn wir sind Apple Autorisierter Service Provider. Natürlich hat ein iMac „Mid 2011“ keine Apple Garantie mehr, auch ein Apple Care Protection Plan wäre schon seit fast zwei Jahren nicht mehr gültig. Aber wir rüsten auch aktuelle iMacs auf, deren Apple Garantie noch besteht. Apples Garantie bleibt von der Aufrüstung durch uns unberührt, auf alle von uns neu eingebauten Bauteile gilt die entsprechende Garantie der Hersteller.

Anfragen zur Aufrüstung

Wir freuen uns schon auf die nächste Anfrage zur Aufrüstung eines iMacs mit der größtmöglichen internen Festplatte. Die Antwort wäre: 12 TByte Fusion Drive! Oder … doch lieber 14 TByte 16 TByte ab Sommer 2016?

 

 

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