Die Epidemie MacKeeper

MacKeeper

Die Epidemie MacKeeper

MacKeeper vermeiden!

MacKeeper vermeiden!

MacKeeper ist das Schlimmste, was Sie Ihrem Mac antun können. Dieses Programm soll angeblich Ihren Mac beschleunigen, täuscht „kritische“ Probleme aber nur vor und beschädigt Ihr Betriebsystem.

Eigentlich ein klarer Fall von Täuschung. Aber warum fallen so viele Mac-User auf diese ScareWare herein?

Was macht MacKeeper?

Die Werbung verspricht, dass MacKeeper Ihren Mac beschleunigt und die Sicherheit verbessert. Sie laden das Programm – und prompt zeigt die Testversion viele „kritische“ Probleme an und tausende „Junk“-Dateien. Das hört sich dramatisch an. Also klicken Sie auf „Bereinigen“ … und stellen fest, dass die restlose Säuberung nur mit der 70,- bis 100,- EUR teuren Standard- oder Premiumversion geht. Aber Sie werden getäuscht – die „Junk“-Dateien sind harmlose Sprachdateien, die von OS X mitinstalliert wurden. Die angezeigten „kritischen Probleme“ sind willkürlich frei erfunden. Die von MacKeeper angebotene Reparatur beschädigt dann das Betriebsystem. Damit erreichen Sie genau das Gegenteil: MacKeeper macht Ihren Mac noch langsamer.

Alles Fake

MacKeeper bewirbt Funktionen, die in OS X größtenteils eingebaut sind. Aber die Werbung ist aufdringlich und hämmert Ihnen immer wieder ins Hirn: „MacKeeper verbessert Ihren Mac“. Wenn es denn so wäre Überall liest man Lobeshymnen auf MacKeeper, immer wieder wird MacKeeper beworben zur Beschleunigung Ihres Macs. Aber warum ist das so? Um es vorwegzunehmen: die guten Reviews von MacKeeper sind allesamt gefälscht und einige Websites loben das Programm nur deshalb, weil es viel Geld in deren Kasse spült.

Gelegentlich poppen Einblendungen auf und warnen, Ihr Mac sei von Viren befallen und MacKeeper könne das Problem beseitigen. Nein! Wer solchen Meldungen Vertrauen schenk, der glaubt auch dass Zitronenfalter Zitronen falten. Aber viele sind verunsichert – deshalb wird MacKeeper ganz zu Recht ScareWare genannt.

Die Masche von MacKeeper

MacKeeper ist eine teuflische Software, mit der sich Hersteller Kromtech eine goldene Nase verdient. Das einfache Prinzip: Kromtech gibt bis zu 70% der Lizenzkosten von MacKeeper an die Afiliates (Werbeanbieter) weiter. Allein deshalb begegnet Ihnen im Internet überall aufdringliche Werbung für MacKeeper – denn geldgierige Afiliates verdienen an dieser ScareWare hervorragend mit.

  • MacKeeper bewirbt Funktionen, die in OS X größtenteils eingebaut sind
  • verspricht die Verbesserung und Beschleunigung lahmer Macs
  • baut Schreckensszenarien auf: tausende „kritischer Probleme“ auf taufrischen Macs
  • verspricht die Lösung der angeblichen Probleme in der kostenpflichtigen Vollversion
  • gibt bis zu 70% der Lizenzkosten an die Afiliates weiter
  • Afiliates schalten aufdringliche Werbeanzeigen

… fertig ist der Selbstläufer: die Scareware MacKeeper verbreitet sich immer weiter. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Mitspieler vor.

Afiliates

Bis zu 70% der Provision für Afiliate-Partner bei Kosten zwischen 40,- und 100,- EUR pro MacKeeper-Lizenz verführen Afiliates zur Schaltung von super-aufdringlichen Werbeanzeigen und gelegentlicher Einblendung von vorgetäuschem Virenbefall.

MacKeeper_Porno_Viren

Kromtech

Kromtech wäscht seine Hände in Unschuld und beschuldigt seine eigenen Afiliate-Partner des unlauteren Verhaltens: http://mackeeper.com/blog/post/126 und
http://www.ibtimes.com/mackeeper-now-asking-users-report-scare-ads-attempt-salvage-reputation-1967797. Währenddessen schaltet Kromtech WebSite-Fallen wie www.maclangsam.de, www.langsamer-mac.de und www.slow-mac.com – als einziges geeignetes Werkzeug wird darin MacKeeper angepriesen. Wenn es denn wahr wäre – in unserem Test von MacKeeper hat diese Software rein gar nichts beschleunigt, stattdessen schlägt es vor, zentrale Bestandteile von OS X zu löschen.

Download-Portale

Softonic.com, Chip.de und Download.com packen den „kostenlos“ angebotenen Software-Paketen zusätzliche AdWare und ScareWare bei – denn sie verdienen Geld damit. Im Falle von Adware wie Genieo und FkCodec sind das nur wenige Bruchteile von Cents, Ihr Browser wird jedoch mit Werbung zugepflastert und verbiegt ihre Suchseite und die Suchergebnisse. Im Falle von MacKeeper ist das eine satte Provision. Deshalb ist finden sich in den „kostenlosen“ Downloads der Software-ortale solche Dreingaben, wie iFun.de berichtet: Chip.de, meist der erste Treffer wenn man nach Software für den Mac sucht, bündelt sowohl MacKeeper als auch ZipCloud mit ihrem Chip-Installer.

Test und Kritiken

MacKeeper wurde nicht nur von uns vernichtend getestet, eine frühere Version namens „911“ wurde aus Apples App Store entfernt. Viele WebSites warnen vor MacKeeper, aber immer wieder liest man positive Reviews.

 schreibt in http://www.giga.de/downloads/mackeeper-3/: „Mit dem MacKeeper Download bekommt ihr eine umfangreiche Sammlung von Tools zur Optimierung und zum Schutz eures Mac.“
Der Link zum Download von MacKeeper in diesem Artikel führt zu http://mackeeper.com/buy-now-landing-an?affid=zzb_161.16588.1438455677.7.zzb&utm_source=N%2FA&utm_medium=zzb_2406&utm_campaign=MacKeeper&utm_term=&utm_content=MacKeeper&userDefiner=zzb_2406&installer=MacKeeper&buyoffer=1&trt=29_52351
Marvin Basse verdient also an jedem MacKeeper-Kauf mit.

Sebastian Trepesch schreibt in http://www.giga.de/deals/mackeeper-systemwartung-und-optimierung-fuer-macs/ : „MacKeeper sieht sich als Service, der dem Mac-Nutzer unter die Arme greift und bei der Arbeit mit dem Mac hilft.“ Der Link in diesem Artikel zu MacKeeper geht zu http://mackeeperapp.mackeeper.com/landings/123.1/index.php?affid=zzb_219.42448.1438455806.3.zzb&trt=29_5&utm_source=http%3A%2F%2Fwww.giga.de%2Fdeals%2Fmackeeper-systemwartung-und-optimierung-fuer-macs%2F&utm_medium=zzb_2406&utm_campaign=set&utm_term=&utm_content=set&userDefiner=zzb_2406&installer=set&trt=29_52351
Sebastian Trepesch kassiert also auch Geld für die Käufe von MacKeeper, die direkt über seinen wohlwollend positiven Beitrag erfolgen.

 schreibt in http://www.giga.de/downloads/mackeeper/ : „MacKeeper versteht sich dabei als allumfassende Lösung für die Datenbereinigung, Datensicherung, Datenwiederherstellung, Virusüberprüfung und vieles mehr.“ Auch auf dieser WebSite geht ein Afiliate-Link zum direkten Download von MacKeeper: http://www.giga.de/?cdr=1&cdr_dlid=154586090&cdr_pid=1873924

Giga.de ist für uns deshalb gestorben, denn das schnelle Geld ist diesen Redakteuren offensichtlich wichtiger als ehrliche, kritische Beiträge und die Gesundheit der Macs anderer Leute.

Fazit

Geldgierige Lobhudeleien einer mehr als fragwürdigen Software statt kritischer Berichterstattung – Giga.de macht es vor. Eine miese ScareWare verbreitet sich massenhaft, weil skrupellose Afiliate-Partner Geld an jeder Installation mitverdienen. Sie sollten für sich ein paar Konsequenzen ziehen:

  1. Lassen Sie sich überzeugen, dass keine Software Ihren Mac beschleunigen kann und vertrauen Sie keinen Verbesserungs-Werkzeugen
  2. meiden Sie Download-Portale
  3. lesen Sie nicht mehr Giga.de, sondern besser MacTechnews.de, apfeltalk.de, ifun.deApfelBlog.ch oder apfelpage.de
  4. installieren Sie Werbe-Blocker
  5. vertrauen Sie nicht blindlings allen positiven Reviews einer Software und ziehen Sie andere Quellen zum Vergleich heran

 

13 Comments
  • Thomas
    Posted at 13:06h, 17 Juni Antworten

    Neben iFun und mactechnews war Giga bei mir lange Nr. 1, wenn es um Infos zu Mac und iPhone/iPad ging. Die agressive Werbung hat inzwischen dazu geführt, dass diese Webseite von mir privat nicht mehr aufgerufen wurde und im Betrieb geblockt wird.

  • Ronald Hell
    Posted at 20:17h, 21 April Antworten

    Hallo, hab dank Ihrer Infos diese Plage beseitigen können. Ich besitze ein 2008er Macbook und war schon am Verzweifeln ob seiner Langsamkeit trotz ständiger Speicheroptimierung durch Mackeeper. Seit diese Plage beseitigt ist, läuft mein Macbook wieder flott wie zuvor und bin glücklich. Die Möglichkeit gleich nach einem Jahr wieder das Konto automatisch belastet zu bekommen hat mir gar nicht geschmeckt und hab das gleich abgestellt. Was mir auch bestätigt wurde. Etwas abgewandelt gibt auch hier „an apple-work today keeps the support engineer away“
    Herzlichen Dank!

  • Martin Goldmann
    Posted at 20:15h, 04 März Antworten

    Bin gerade einem Mackeeper in freier Wildbahn begegnet und habe ihn hoffentlich beseitigt. Wollte dann mal nachlesen und bin bei Deinem prima Beitrag gelandet. Danke dafür.

    Punkt 4 Deiner Empfehlungen bringt mich natürlich auch zum Weinen, da ich eine werbefinanzierte Website habe. Aber ich kann’s verstehen. Auf der anderen Seite wäre es vielleicht eine gute Empfehlung für alle Website-Betreiber, die Adsense nutzen, sich die ausgelieferte Werbung genauer anzusehen. Da ist oft arger Mist dabei…

  • Oliver Möcke
    Posted at 12:12h, 15 September Antworten

    Hallo an alle!

    Auch ich muss heute berichten, dass eine Schülerin von mir, sich den MacKeeper eingefangen hat.
    Ihr seht, dass die weiterhin aktiv sind!

    An wen kann man sich wenden, um zu erreichen, dass MacKeeper verschwindet? Kann man nicht laut im Internet verbreiten, dass die schlecht sind?

    Ich werde morgen auf jeden Fall den Rechner der Schülerin aufräumen und ihr eine Stunde in Mac Sicherheitstraining geben.

    Gruß Olli

  • Stephan Goldmann
    Posted at 11:54h, 18 August Antworten

    „installieren Sie Werbe-Blocker“?!? Ehrlich? Einfach so?

    Mal abgesehen, dass es viele Publisher schädigt, die von Werbung leben, und so eine Empfehlung also nicht das Problem MacKeeper löst, sondern gleich einen Rundumschlag auch gegen seriöse Portale bedeutet, holt sich der Leser hier am Ende gleich eine Software wie Adblock Plus auf den Rechner, die ich nach Saschas Recherchen für keinen Deut besser halte als MacKeeper und Co. Gebt bitte wenigstens einen Tipp für einen seriösen Adblocker ab.

    Der Rest: Absolut richtig und klar. Danke dafür.

    • Thomas Kemmer
      Posted at 15:14h, 18 August Antworten

      Hallo Stephan,
      eine Konsequenz der m.E. kranken Entwicklung des Internets ist, dass sich einerseits Publisher durch Werbung finanzieren, andererseits manche schwarzen Schafe Scareware und AdWare einblenden. Solange es keine Möglichkeit gibt die schädliche Werbung auszublenden, halte ich das Installieren von Werbeblockern für absolut legitim. Das Recht auf Selbstschutz der Anwender ist meiner Meinung nach höher einzustufen als das Finanzierungsprizip durch Werbung.

  • Christopher
    Posted at 00:23h, 18 August Antworten

    Danke für diesen Blogbeitrag. Wenigstens klärt ihr über MacKeeper auf. Schade nur, dass diese positiven Nebelkerzen im Netz bestehen bleiben. Seitens Google sollte es eine manuelle Task-Force geben die einzeln die Betrüger sowie Mittäter aus dem Google Index wirft. Wie schnell dann doch wieder alle artig werden würden…

  • Sascha Pallenberg
    Posted at 22:23h, 16 August Antworten

    Danke Thomas,
    es ist so wichtig, dass immer mehr Blogger ueber die Machenschaften dieser Seiten berichtigen. Ich mache das seit einiger Zeit immer wieder und gerade vor wenigen Tagen ist mir da mal wieder die Hutschnur geplatzt

    http://www.mobilegeeks.de/artikel/rant-seo-androidpit-curved-chip-und-giga/

  • Basti
    Posted at 22:30h, 11 August Antworten

    War mir gar nicht klar, dass es diese Masche über Affilitate-Links in dieser Form gibt. Und das Giga derartig unseriös ist, hätte ich so auch gar nicht gedacht. Vielen Dank für diesen informativen Artikel!

  • Fluch
    Posted at 20:48h, 11 August Antworten

    wieso wird nich apfelpage.de empfohlen?

  • Stefan Kny
    Posted at 09:09h, 10 August Antworten

    Vielen Dank für den Artikel, der sehr schön zeigt, wohin Afiliate-Programme auch führen können. Deinen Artikel habe ich heute in unserer Rubrik „Cool Tool“ verlinkt.
    http://gruendermetropole-berlin.de/cool-tool-alles-fake

    beste Grüsse
    Stefan

  • Rita Felder
    Posted at 22:48h, 03 August Antworten

    Danke für diesen wichtigen Artikel.
    MFG
    Rita Felder

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